Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) bei Messier 10
Der langperiodische Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) während seiner Passage nahe des Kugelsternhaufens Messier 10 im Sternbild Schlangenträger.
Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) gehört zu den außergewöhnlicheren langperiodischen Kometen der letzten Jahre. Entdeckt wurde er bereits im Mai 2017 durch das automatische Himmelsdurchmusterungsprogramm PANSTARRS auf Hawaii. Besonders bemerkenswert ist, dass der Komet bereits in extrem großer Entfernung von der Sonne Aktivität zeigte. Während die meisten Kometen erst innerhalb der Jupiterbahn beginnen, sichtbare Gas- und Staubwolken zu entwickeln, war bei C/2017 K2 bereits jenseits der Saturnbahn eine ausgedehnte Koma nachweisbar.
Der Grund dafür liegt vermutlich in besonders flüchtigen Stoffen wie Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid, die schon bei sehr niedrigen Temperaturen sublimieren können. Dadurch konnte der Komet schon in großer Sonnenentfernung Material freisetzen und eine Koma ausbilden, lange bevor Wassereis eine Rolle spielt.
Begegnung mit dem Kugelsternhaufen M10
Während seiner Passage durch das Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) bot sich im Jahr 2022 eine fotogene Konstellation. Der Komet zog scheinbar nahe am Kugelsternhaufen Messier 10 (M10) vorbei. Dieser rund 14 000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen enthält mehrere hunderttausend Sterne und gehört zu den klassischen Kugelsternhaufen des Sommerhimmels.
Die scheinbare Nähe der beiden Objekte ist natürlich nur eine Perspektivwirkung. Während der Komet ein vergleichsweise kleines Objekt innerhalb unseres Sonnensystems ist, befindet sich M10 tief im Halo unserer Milchstraße. Gerade dieser enorme Größen und Entfernungsunterschied macht solche Begegnungen astrophotografisch besonders reizvoll.
Erscheinungsbild des Kometen
Auf meinen Aufnahmen ist eine deutlich grünliche Koma zu erkennen. Diese typische Färbung entsteht durch zwei Moleküle, die häufig in Kometenkoma auftreten. Diese grünliche Färbung entsteht hauptsächlich durch zweiatomigen Kohlenstoff (C₂), der durch Sonnenstrahlung angeregt wird und charakteristische Emissionslinien im grünen Spektralbereich erzeugt.
Diese Moleküle werden durch Sonnenstrahlung angeregt und emittieren charakteristische Linien im grünen Spektralbereich. Der diffuse Schweif besteht überwiegend aus Staubpartikeln, die durch den Strahlungsdruck der Sonne aus der Koma herausgedrückt werden.
Der Staubschweif erscheint breit und leicht fächerförmig, was typisch für relativ langsame Staubteilchen ist, die entlang der Bahn des Kometen verteilt werden.
Ein Blick in die frühe Geschichte des Sonnensystems
Langperiodische Kometen wie C/2017 K2 stammen vermutlich aus der Oortschen Wolke, einem weit entfernten Reservoir eisiger Körper am Rand des Sonnensystems. Diese Objekte gelten als Überreste aus der Entstehungsphase der Planeten vor rund 4,6 Milliarden Jahren.
Jede Beobachtung eines solchen Kometen ist daher gewissermaßen ein Blick in ein sehr ursprüngliches Materialarchiv unseres Planetensystems.
Aufnahmedaten:
Bild mit Komet alleine:
RGB 30 x 120 Sekunden
Gesamtbelichtungszeit: 1 Stunde
Teleskop: TS-Optics CF-APO 155 mm f/8 Deluxe Triplet Apo
Brennweite: 1200 mm
Montierung: Skywatcher AZ-EQ6
Kamera: ZWO ASI 2600 MC Pro
Bild mit M10:
LRGB: 20 × 45 s Luminanz 19 × 45 s Rot 20 × 45 s Grün 11 × 45 s Blau
Gesamtbelichtungszeit: 52 Minuten 30 Sekunden
Teleskop: TS-Optics CF-APO 155 mm f/8 Deluxe Triplet Apo
Brennweite: 1200 mm
Montierung: Skywatcher AZ-EQ6
Kamera: ZWO ASI 2600 MC Pro
Bild mit Sternspuren:
RGB 61 x 180 Sekunden
Gesamtbelichtungszeit: 3 Stunden 3 Minuten
Teleskop: TS-Optics 100 mm f/5,8 Quadruplet Apo (TSQ100 Apo)
Brennweite: 580 mm
Montierung: Skywatcher AZ-EQ6
Kamera: ZWO ASI 2600 MC Pro


